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2TAUSEND22

Das Jahr 2022 ist in den Büchern (frei aus dem Englischen) und es ist Zeit, ein wenig zurückzublicken. Grob zusammengefasst kann man sagen: Ich hatte wenige (konkrete) Ziele und die habe ich mehr als erreicht. Doch der Reihe nach…

Nordlichter Strassenkollektiv

Das Jahr startete damit, dass Dennis, Philipp und ich das Nordlichter Strassenkollektiv gegründet haben. Von außen betrachtet hat sich seitdem zwar nicht sehr viel getan aber für uns war es aus meiner Sicht trotzdem ein wichtiger Schritt. Wir haben die Voraussetzungen für gemeinsame Aktionen (Projekte, Ausstellungen etc.) geschaffen und den ohnehin schon vorhandenen Austausch und Zusammenhalt gestärkt. Auch wenn Dennis mittlerweile auf Weltreise ist und anderswo die Straßen erkundet, tauschen wir uns doch regelmäßig aus und nehmen Teil an der Entwicklung aller Mitglieder. Ich schätze das Kollektiv jedenfalls sehr und freue mich auf zukünftige Walks und Aktionen, die dann vielleicht auch mal von außen wahrnehmbar sind.

New York

Ein weiteres Highlight in diesem Jahr war definitiv der einwöchige Urlaub in New York Ende März. Innerhalb einer Woche kann man zwar wirklich nur an der Oberfläche kratzen aber die sieht in New York eben schon sehr gut aus und ich habe unzählige Stunden auf den Füßen und mit staunenden Augen in den Häuserschluchten dieser energetischen Stadt verbracht. Es war zum Teil eine große Herausforderung, fokussiert zu bleiben und sorgfältig Bilder zu komponieren und sich nicht jedem kleinen Impuls hinzugeben, der auf einen einprasselt. Streckenweise ist mir das ganz gut gelungen und es ging ja ohnehin in erster Linie darum, Spaß zu haben und die Stadt auch als gewöhnlicher Tourist zu erleben.

Ausstellungen

Eines der wenigen für mich formulierten Ziele war, meine Bilder auch abseits von Instagram zu präsentieren. Dies habe ich auf verschiedene Arten umgesetzt und erreicht. Ich war Teil einer Gruppenausstellung mit verschiedenen Medien in einem zur Zwischennutzung freigegebenem Krankenhaus und habe dort eine kleine Serie aus fünf Bildern mit dem Titel „Aus dem Leben eines Unbekannten“ präsentiert:

Zweimal in diesem Jahr bei trockenem Wetter und angenehmen Temperaturen (deswegen nur zweimal; Bremen halt) habe ich eigenständig eine kleine Guerilla-Ausstellung durchgeführt. Zwischen meinem Stativ und einem Pfeiler habe ich eine Schnur gespannt und dort eine Auswahl meiner Fotos im Postkartenformat präsentiert. Die Bilder konnten mitgenommen werden und auf der Rückseite war mein Aufkleber. Ich habe an diesen beiden Tagen viele nette, anregende Gespräche geführt und es war schön, die positiven Reaktionen zu erleben. Besonders gefreut hat mich, wenn junge Leute Interesse und Wertschätzung gezeigt haben und dass sich aus der Aktion eine Folgeausstellung ergeben hat.

Dazu hatte ich die Gelegenheit, meine Fotos in Restaurants, Geschäften und bei einem gut besuchten Kaffee-Stand auf einem beliebten Wochenmarkt zu präsentieren. Meine Fotos waren in diesem Jahr also ganz gut unterwegs in Bremen und dies wird sich zumindest im ersten halben Jahr 2023 so fortsetzen. Es hat mir viel Spaß gemacht, hier die ersten Schritte zu gehen, Fotos auszuwählen, sie gedruckt und gerahmt aufzuhängen und mit den Betrachtern über die Werke zu sprechen. Die Resonanz (von der Anfrage bis hin zum Resümee) war durchweg positiv und das hat mir Mut und Selbstvertrauen für weitere Ausstellungen gegeben.

Meet & Street

In diesem Jahr war ich mit dem Nordlichter Strassenkollektiv das erste Mal beim Meet & Street in Hannover dabei. Hier ist die gesamte Street-Szene eingeladen und wer es irgendwie einrichten konnte ist gekommen (immerhin ca. 80 Straßenphotograph*innen). Beim hervorragend organisierten Treffen fanden gemeinsame Photowalks sowie eine Charity-Ausstellung am belebten Opernplatz statt. Im Mittelpunkt stand allerdings nicht zuletzt der gemeinsame Austausch, das Netzwerken und das Kennenlernen der Personen hinter den zahlreichen bereits bekannten medialen Profilen und Bildern. Eine durch und durch spannende Erfahrung, ein tolles Konzept, das sicherlich noch eine lange Zukunft hat. Die Szene hat eindrucksvoll bewiesen, wie lebendig sie ist und mit wie viel Leidenschaft und Engagement die einzelnen Personen ihrem Hobby (oder ihrem Beruf) nachgehen.

Serien

Im zurückliegenden Jahr habe ich vermehrt an verschiedenen Serien gearbeitet, die natürlich noch lange nicht abgeschlossen sind. Auch wenn die einzelnen Fotos dieser Serien nicht den Weg ins Portfolio schaffen würden, macht es doch sehr viel Spaß über einen längeren Zeitraum auszuprobieren, was man zu einem bestimmten Thema sammeln kann und zuzusehen, wie die Sammlung quantitativ und qualitativ wächst. Darüber hinaus sind Serien immer ein gutes Mittel, um in das Fotografieren zu kommen und ein willkommener Ausweg, wenn einem ansonsten mal nichts gelingen will oder es einfach nichts zu sehen gibt.

Fazit

Da es keine oder nur wenige formulierten Ziele oder konkreten Vorhaben gab, kann ich das Jahr auch nicht daran messen. Das ist aber auch gut so, denn ich genieße den Luxus, meine Photographie ganz ohne kommerziellen oder sonstigen Leistungsdruck voran treiben zu können. Ich habe zwar den eigenen Anspruch, dass eine Entwicklung stattfinden soll aber dem werde ich regelmäßig gerecht und auch mit diesem Jahr kann ich durchaus zufrieden sein. Ich gehe in kleinen Schritten und in dem Tempo, das meine anderen Tätigkeiten zulassen, auf meinem photographischen Weg voran.